Der polnische Markt für digitale Vermögenswerte steht vor seinem größten Wandel seit dem Aufkommen von Bitcoin. Das Finanzministerium bereitet einen Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) vor und schafft einen Rechtsrahmen für den Handel mit Kryptowährungen in Polen.
Der Gesetzentwurf wird – trotz Verzögerung gegenüber dem Zeitplan – voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2025 verabschiedet. In der Zwischenzeit gilt eine Übergangsfrist, doch viele Unternehmen der Branche stellen ihre Geschäftstätigkeit ein oder schränken sie ein, während sie auf die endgültige Fassung der Vorschriften warten.
Unter den zahlreichen kritischen Stimmen gegen das geplante Gesetz ist der Kommentar des Rechtsanwalts und Steuerberaters Piotr Taras, Partner der Kanzlei BTTP, bemerkenswert. In einem Interview mit Gazeta Wyborcza Es weist auf ein grundlegendes Problem des Krypto-Asset-Marktes in Polen hin:
„Das polnische Problem der Digital-Asset-Branche ist die Herangehensweise des Staates bzw. die völlige Verleugnung dieses Themas durch die Aufsichtsbehörden und die Polnische Nationalbank und folglich den gesamten Bankensektor.“
Piotr Taras widerspricht auch der Meinung des Vorsitzenden der polnischen Finanzaufsichtsbehörde (KNF), dass das Angebot von Kryptowährungen durch regulierte Institutionen im Verlustfall zu Ansprüchen von Anlegern führen könnte. Er weist darauf hin, dass bei CFDs und ETFs ein ähnliches Risiko bestehe – diese seien jedoch weit verbreitet.
In der Praxis, so betont der Anwalt, haben Kryptowährungsunternehmen erhebliche Schwierigkeiten, auf Bankdienstleistungen zuzugreifen. Unter dem Deckmantel der Geldwäschebekämpfung werden Konten geschlossen oder die Eröffnung verweigert. Dies drängt Unternehmen über die Landesgrenzen hinaus und behindert den Schutz der Interessen polnischer Investoren.
Laut Piotr Taras könnte die Verabschiedung des Gesetzes – unabhängig von seiner endgültigen Ausgestaltung – Ordnung in die Situation bringen und die Willkür der Bankenentscheidungen einschränken:
„Wenn die Vorschriften klar definieren, was erlaubt ist, wird es schwieriger, vage Vorschriften als Grund für die Verweigerung der Zusammenarbeit anzuführen.“
Der BTTP-Experte weist außerdem darauf hin, dass Polen – dank seines modernen Bankensektors – das Potenzial hat, die führende Position im Bereich der digitalen Innovation in Europa, die es vor 2018 innehatte, zurückzugewinnen, was teilweise auf den Erfolg des BLIK-Systems zurückzuführen ist.
Mehr Details:
https://wyborcza.biz/biznes/7,147582,31806200,proste-podatki-i-kryptowaluty-posel-kowalski-twarza.html?_gl=1*omdk6m*_ga*NzExODg4OTQwLjE3NDM0MzQ3ODc.*_ga_6R71ZMJ3KN*MTc0MzQzNDc4Ny4xLjAuMTc0MzQzNDc4OS4wLjAuMA..*_gcl_au*MTc3Njg0NDM0LjE3NDM0MzQ3OTA.&disableRedirects=true#S.index-K.C-B.1-L.1.duzy


