Freelancer-Plattformen – Vorteile und versteckte Steuerrisiken

Autor: Dominik Szlęzak

Online-Plattformen, die es Freiberuflern ermöglichen, Rechnungen auszustellen und B2B-Konten mit Kunden abzurechnen, ohne ein Unternehmen gründen zu müssen, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Diese Lösung erscheint zwar bequem und sicher, birgt jedoch erhebliche steuerliche, sozialversicherungsrechtliche und sogar strafrechtliche Risiken, wenn sich herausstellt, dass Geschäftsaktivitäten verschleiert werden. Steuerbehörden nehmen solche Kooperationsmodelle zunehmend unter die Lupe und verfügen mittlerweile über Instrumente, um verschleierte Geschäftsaktivitäten effektiv zu identifizieren.

Dominik Szlęzak, Steuerberater bei BTTP, betont, dass die Steuerbehörden derzeit über präzise Instrumente verfügen, um Fälle zu verhindern, in denen Freiberufler ihre Geschäftstätigkeit verschleiern. Er weist darauf hin, dass die Nutzung der Plattform in einigen Situationen gerechtfertigt sein kann – beispielsweise, wenn es sich um gelegentliche Aufträge handelt, der Freiberufler also keine tatsächliche Geschäftstätigkeit ausübt. Nimmt ein Freiberufler die Dienste eines Vermittlers nur wenige Male im Jahr in Anspruch, kann man argumentieren, dass dies nur sporadisch geschieht und die Geschäftstätigkeit des Freiberuflers nicht verschleiert wird.

Bei größeren Kooperationen ist die Situation jedoch anders. Dominik Szlęzak weist darauf hin, dass es für einen Freiberufler, der ein Paket nutzt, das die Ausstellung mehrerer Rechnungen pro Monat ermöglicht, schwierig sein wird, die Behauptung zu verteidigen, er gehe keiner Geschäftstätigkeit nach. In einer solchen Situation können die Steuerbehörden oder die Sozialversicherungsanstalt (ZUS) den Freiberufler als regelmäßig und organisiert erwerbstätig betrachten, was zu einer Neuklassifizierung seiner Abrechnungen führt. Folglich können die Steuerbehörden den Freiberufler als de facto geschäftstätig betrachten, was zu Steuer- und Sozialversicherungsrückständen führt.

Ein weiteres Risiko ist die sog. firmeneigenes Unternehmen und die damit verbundene straf- und steuerrechtliche Haftung – eine Geldstrafe von bis zu 720 Tagessätzen, eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder beides. Wie Dominik Szlęzak erklärt, hat dies zusätzliche Auswirkungen auf Ausländer, die sich in Polen mit einer Genehmigung aufhalten, die keine Geschäftstätigkeit erlaubt; ein solches Vorgehen führt, selbst im Prinzip, zur Abschiebung.

Auch der Kunde des Freelancers ist gefährdet. Die Steuerbehörden können das Recht auf Vorsteuerabzug in Frage stellen und die Kosten von den steuerlich absetzbaren Kosten abziehen, wenn sie die Rechnung des Freelancers als unzuverlässigen Buchhaltungsnachweis erachten und eine Geschäftsfiktion widerspiegeln.

Dominik Szlęzak hebt auch die Berichtspflichten der Plattformen gemäß der DAC7-Richtlinie hervor. Plattformen könnten versuchen, Ausnahmen für Aktivitäten ihrer eigenen Mitarbeiter geltend zu machen, doch wie der Experte betont, würde eine solche Position wahrscheinlich auf Widerstand stoßen. Steuerbehörden sollten Transaktionsberichte für Benutzerdaten (Freiberufler) erhalten.

Wichtige Hinweise:

  • Steuerbehörden können die Aktivitäten von Freiberuflern, die über Plattformen bezahlen, als eigene Geschäftstätigkeiten einstufen;
  • das Risiko betrifft nicht nur die Einkommensteuer und Mehrwertsteuer, sondern auch die Beiträge zur Sozialversicherung und zur Nationalen Rentenversicherung sowie die steuerliche und strafrechtliche Haftung;
  • die Nutzung der Plattform für eine größere Anzahl von Bestellungen (z. B. mehrere Rechnungen pro Monat) erschwert die Verteidigung des Arguments über den nicht-kommerziellen Charakter der Tätigkeit;
  • für Ausländer besteht zusätzlich die Gefahr einer Abschiebung aus Polen;
  • Die Kunden von Freiberuflern können das Recht auf Vorsteuerabzug verlieren und die Kosten in die Kosten einbeziehen.
  • Plattformen sind gemäß DAC7 verpflichtet, Benutzerdaten zu melden, und Versuche, dieser Verpflichtung zu entgehen, können angefochten werden;

Die oben genannten Änderungen und Auslegungen werfen zahlreiche Fragen auf: Wie wird die Steuerbehörde den Umfang der Tätigkeit eines Freiberuflers bewerten? Reicht die Ausstellung einiger Rechnungen pro Monat über eine Plattform aus, um eine gewerbliche Tätigkeit zu begründen? Wie kann man sich vor einer Umklassifizierung schützen und Steuerrückstände vermeiden?

Wenn Sie lernen möchten, wie Sie Ihre Geschäftstätigkeiten richtig bilanzieren, um mögliche Steuerrisiken zu vermeiden, lohnt es sich, einen Steuerberater zu konsultieren.

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